Julia etc.


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Wie ging das denn?

Tausende von Bahn-Reisenden mussten gestern Abend von Nord nach Süd 1-3 Std. Verspätung hinnehmen und an vielen Bahnhöfen vor sich hin braten. Streckensperrung aus nicht näher erklärten Gründen. Gleise geschmolzen? Rotkehlchenechsenmolchtiger entwischt? Dafür war ich eine Stunde früher zuhause als spar-fix-gebucht. Wie ist das wohl passiert? Hatte ich mein Bratpensum schon erfüllt? Sollte ich nicht als Brot enden? Das wäre mittags fast passiert. Denn zu der Zeit hätte der Frankfurter Hauptbahnhof locker eine zweite Karriere als Pizzaofen erwägen können.

Besonders braterich oder backig war die kleine Bimmelbahn, die ich heute Mittag nehmen durfte. Keine Klimaanlage, sondern Mensch in Mengen (steht für SEHR volle Wagons inkl. einer Schulklasse von ca. 10-Jährigen) und Sonne pur in Blechwagons. Das Erlebnis stand vermutlich einem vollgestopften Bus in irgendeiner – z.B. indischen – Backwelt in nichts nach. Aber auf der Rückreise flutsche alles wie Kokosöl bei Zimmertemperatur. Da war selbst die Bimmelbahn klimatisiert. Jetzt kommt der Clou: Beim Aussteigen in München um 23:00 hatten viele Leute Jacken und Pullis an. Ich musste so lachen. So oder so, es war ein heißer Tag, in mehrerelei Hinsicht. Dass gestern der Dreh zum Video meines Crowdfunders stattfand, verrate ich Euch nämlich an dieser Stelle noch nicht, sondern erst am 16. Juli😉

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Der Glücksterror, oder: 7 Empfehlungen für Gutfühl ohne -ismus

Eine Muss-Lesefreude für alle, denen die Larven noch in der Pofalte kleben😀

Kathrin Elfman / Blog

Nach Veganismus und Petitionismus ist Glücklichsein der angesagte -ismus in der weberelevanten Zielgruppe. Wer nicht mit Esoterikbüchern, Coachings, Motivationskursen, Meditation und Autosuggestion am persönlichen Mind Control Programm arbeitet, ist raus. Glücklichsein scheint keine freiwillige Privatsache mehr zu sein, sondern eine öffentlich zu erbringende Leistung. Wie konnte das passieren? Wann wurde aus einem entspannt-lebensfrohen »alles kann, nichts muss« dieses diktatorische »alles muss, und wer nicht kann, ist ein Versager?«

Die Erklärung ist so einfach wie unspirituell: weil es einen Haufen Geld bringt. Irgendwo zwischen Wallace D. Wattles »The Science of getting rich« von 1910 und Räucherstäbchenladen wuchs ein gigantischer Markt. Sein Motor: das kindliche Bedürfnis, es irgendwie besser haben zu wollen, ohne dabei allzu viel Soulsearching betreiben zu müssen. Die Erleuchtung möge doch bitte in handlichen Portionen auf dem Sofa serviert werden, okay?

Sehr okay, antworten geschäftstüchtige Eso-Seminaranbieter, Lichtarbeiter, Persönlichkeitsoptimierer, Channeler und Quasi-Gurus. Ob mit dem tausendseitigen »Kurs in Wundern« oder…

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Endlich! Wollsocke 7.0 ist da!

Wollsocke 7.0 ist da!! Die unglaubliche Textur erinnert in der neuen Version an Wolle, ist aber fast keine! Das ist bisher noch nie gelungen! Yeah! Das ganze Jahr hat die Welt auf die neue Version gewartet. Nun stehen die Menschen in allen Ländern an allen Läden an, die Wollsocke 7.0 im Sortiment führen dürfen, können oder wollen. Schon bald erwarten wir, dass halb Deutschland Wollsocke 7.0 tragen wird.

Die Menschen klopfen sich in den Warteschlangen gegenseitig auf die Schultern, fühlen die Gemeinsamkeit wie warme Füße in sich einrieseln. Was ist das Besondere an Wollsocke 7.0? Was hebt sie von Version 4.0 – 6.0 so einmalig ab? Wollsocke 7.0 hat nun endlich einen Polyester-Anteil von 70%, nur noch ungefährliche 20% Asbestfaseranteil bei harmonischen 10% Alpacawolle. Sie schmiegt sich sanft und formbeständig um den Fuß und wärmt nun wirklich – ganz ehrlich!

Wollsocke 7.0 kann mit einer Vielzahl Schuhen getragen werden, es gibt sie in mehreren Farben und Größen. Du kannst Wollsocke 7.0 zu Hosen, Röcken und Shorts tragen und sie sogar wenden. Du kannst sie in der de-Luxe-Version mit Deinen Initialen und Goldkante bestellen!  Du darfst dich in deiner großen, glücklichen Wollsocken 7.0-Gemeinschaft nun auch voll und ganz als Individuum fühlen. Aber jetzt kommt der Oberhammer, auf den Wollsockenträger seit Jahren atemlos warten: Wollsocke 7.0 ist waschbar! Und nicht nur das, sie trocknet auch wieder!

© 2014 Julia Reuter

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Die Wahrheit ist ein blauer Teller, oder: Woher weiß ich, was ich sehe, wenn’s mir keiner sagt?

Da frage ich mich seit Wochen, was ich denn mal bloggen könnte, und dann kommt so ein Juwel um die Ecke. Danke für den Lachanfall, liebe Kathrin! Wunderbar!😀

Kathrin Elfman / Blog

blauerTellerBlogbild

Wenn subjektive Wahrnehmung, Irrtum, Ideologie, Indoktrinierung, Werbung, unbewusste Selbstzensur und offene Manipulation sich im Präfrontallappen zur fröhlichen Hofparty treffen, entsteht das, was wir gerade haben: ein Wahrnehmungsclash. Die Realität as we know it franst aus. Sie ist nicht mehr eindeutig, sondern bröckelt, flackert, zerfällt und überlässt es dem Beobachter, sich aus den Resten ein Bild zusammenzubasteln. Vorausgesetzt, er will.

Was wir sehen …

»Blauer Teller mit Gabel.« (Klare Wahrnehmung)

»Blauer Teller mit Gabel. Brauner Tisch. Essensreste, Tomatenkerne. Und was Babbisches.«
(Klare Wahrnehmung mit mehr Zeit)

»Blauer Keramikteller mit Metallgabel in romantischem Retro-Design. Passend zum alten Holztisch. Spuren von Essen. Tomatenkerne. Vielleicht Salat? Oder Pasta? Ist angetrocknet, steht also schon ne Weile.«
(Da guckt aber jemand genau hin!)

»Spülmaschine kaputt?« (Pragmatiker)

»Schöner Holztisch, ca. 1910. Scheunenfund in der Pfalz?« (Antiquitätenkenner)

»Ey, voll hässlicher alter Tisch. Ebay?« (Arschlochkind von gegenüber)

Bis hierhin alles fein. Denn alle sagen die Wahrheit.

Jedenfalls aus ihrer…

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Sommersonnensehnsucht

Als sie ihn eintreten sah, setzte ihr Herz einen Schlag aus. Sie konnte es kaum glauben. „Er ist wieder da!“ schrie es in ihr. Sie traute Ihren Sinnen kaum. Aber doch, da stand er, den Kopf zum Himmel geneigt, ihr zugewandt. Stolz, prächtig, wunderschön! Ihre unbändige Freude ließ ihr ganzes Selbst erbeben.

Letztes Jahr hatte sie ihn das erste Mal erblickt, ihm zunächst scheu zugezwinkert. Er hatte sie wenig später angelächelt und dabei leicht gezittert, wie es schien. Sie jubilierte innerlich vor Aufregung, und konnte es kaum erwarten, wieder seinen Rhythmus zu spüren. Sie hatten leidenschaftliche Blicke getauscht, die gleiche Luft geatmet. Sie hatten zu Musik und in der Stille mit einander getanzt, bei Tag und bei Nacht. Mal sanft und leicht, mal lebhaft und sprühend vor Energie und Lebensfreude. Sie hatten miteinander geruht und sich tief in ihre Seelen geblickt. So lange hatte sie ihn vermisst und sich nach ihm gesehnt, nicht sicher, ob er zurückkehren würde. Nun war er endlich wieder da! Für sie. Bei ihr. Mit ihr!

Er sah zu ihr auf und explodierte innerlich vor Freude. Ihm wurde heiß und kalt. Einsame, lange Monate in trauriger Dunkelheit hatten ihn fast verzweifeln lassen. Würde er sie je wieder sehen, sein Licht, seine Inspiration? Würde sie auf ihn warten? Sie, seine Seelenverwandte, seine Sommerblüte, seine Liebe.

Oder würde ein Anderer an seine Stelle treten und sie für sich gewinnen? Nein. Hier war sie, strahlte ihn an, ihn allein. Ihr Lachen regnete in sein fröhliches Herz. Sie wiegte und drehte sich, ganz sanft, sie lud ihn ein. Ihr Tanz erinnerte ihn an Schmetterlinge in der Sommerbrise, an ihr Liebespiel im letzten Jahr. Wie er es genoss, ihren Bewegungen zuzusehen und von jedem Lufthauch, den sie gebar, gestreichelt zu werden!

Schon längst waren die traurigen, staubigen Gefühle der letzten Zeit abgeschüttelt, all die Zweifel und Ängste vergessen. Er bereitete sich vor. All seine Kraft kehrte zurück, pulsierte in ihm. Er war bereit. Für sie. Für ihren gemeinsamen Tanz, ihre Berührung, ihre Ekstase. Für einen kurzen Sommer waren sie wieder vereint. Der Decken- und der Bodenventilator.

© 2014 Julia Reuter

 


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BREAKING NEWS: Elsässer siegt mit Verleumdungsklage gegen Ditfurth

Herzlichen Glückwunsch!! „Diesen Verleumdungen ist nun ein Riegel vorgeschoben worden, und das wird den Montagsdemonstrationen mehr Luft in der Öffentlichkeit verschaffen. Mein Anwalt hat mir gerade den Beschluss des Landgerichtes München übersandt.“

Elsässers Blog

swIMG_1753 Kopie 4Großer Erfolg für Montagsdemonstrationen: Landgericht München verbietet der Ex-Grünen unter Androhung von Ordnungsgeld bzw. Ordnungshaft die Schmähung Elsässers

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Kurzgeschichte: Tot wie Gold

Jetzt konnte ich doch nicht warten, bis ich schlafen gehe, bin gleich in die Petrifuge von Kathrins Schoko-Text-Éclair gesprungen. *fröhlich sing* Du musst ein Stein sein auf dieser Welt… Neugierig? Lesen! Kathrin Elfman sagt dazu: „Nach dem Buch ist vor dem Buch. Mein Sci-Fi-Roman »Lepleja« ist noch druckfrisch, da folgt das nächste Projekt. Eine Kollektion meiner liebsten Kurzgeschichten. Titel: »Das sind keine Chemtrails, das sind Dehnungsstreifen.« Tanzen wir also ein bisschen auf den wohlig knirschenden Scherben der Wirklichkeit. Ja, auch dieses Buch ist wieder ein schamloser Flirt mit meiner literarischen Liebe, der Phantastik. Und weil ich mehr Material habe, als ins Buch passt, gibt’s heute schon die Episode »Tot wie Gold«.“

Kathrin Elfman / Blog

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Tot wie Gold

Ich wiege ungefähr zwei Tonnen und bestehe aus Basalt, Quarz und Pyroxen. Wie alt ich bin? Ein paar Millionen Jahre werden es sein. Eiszeiten schieben mich über den Globus, die Erde verschlingt mich und drückt mich wieder ans Licht. Komisches Gefühl. Aber man gewöhnt sich an vieles. Und auch wieder nicht. Diese Sehnsucht, wissen Sie –

Etwas hat sich seit gestern verändert. Ich bin nicht mehr allein. Zwei Dutzend mannshohe Wesen aus gestapelten Steinen leisten mir am Rheinufer Gesellschaft. Wir zeigen dem Großstadtlärm den Rücken und schauen Schiffen beim Vorbeibrummen zu.
Derjenige, der die Steine gestapelt hat, war fleißig. Außer den Männchen erschuf er einen windschiefen Baum, ein dreiköpfiges Fabelwesen und einen aufrecht stehenden Ring. Balance in Vollendung. Warum bringe ich es fertig, an Sekundenkleber und Fertigbeton zu denken? Ist das Menschdenk, Menschfühl?

Statt einer Antwort nehme ich Schritte wahr. Eine ältere Dame steigt die Böschung hinab…

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